Laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) betrug die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland rund 46 Millionen. Das ist ein minimaler Rückgang um 5.000 Personen (0,0 %) gegenüber dem Rekordjahr 2024, als die Beschäftigung den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 erreicht hatte. Nach einer starken Erholung nach der COVID-19-Pandemie, als die Beschäftigung 2022 und 2023 um 1,3 % bzw. 0,7 % wuchs, verlangsamte sich die Dynamik – 2024 lag sie bei lediglich 0,1 %, und 2025 kam es zu einem leichten Rückgang.
Detaillierte Quartalsdaten zeigen, dass die Beschäftigung im IV. Quartal 2025 46,1 Millionen Personen erreichte. Saisonbereinigt sank die Zahl um 25.000 Personen (-0,1 %) im Vergleich zum III. Quartal. Ohne Saisonbereinigung stieg sie um 132.000 (+0,3 %), doch lag dieser Zuwachs deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2022–2024 (ca. 200.000). Im Vergleich zum IV. Quartal 2024 sank die Beschäftigung um 58.000 Personen (-0,1 %), was der erste solche Rückgang seit dem I. Quartal 2021 war.
Monatsdaten bestätigen diesen Trend. Im Dezember 2025 lag die Beschäftigung (Inländerkonzept, in Deutschland wohnhafte Personen) bei 45,9 Millionen Personen, was einem saisonbereinigten Rückgang um 5.000 (-0,0 %) gegenüber November entspricht. Im November blieb die Beschäftigung nahezu unverändert (-1.000, 0,0 %). Das Gesamtarbeitsvolumen im IV. Quartal betrug 15,5 Milliarden Stunden, was einem Anstieg von 0,5 % im Jahresvergleich entspricht, dank einer höheren durchschnittlichen Stundenzahl pro Person (336,4 Stunden, +0,7 %).
Die Aufschlüsselung nach Beschäftigungsarten zeigt, dass die Zahl der abhängig Beschäftigten um 31.000 (-0,1 %) und die der Selbstständigen (einschließlich mithelfender Familienangehöriger) um 27.000 (-0,7 %) sank. Die Rückgänge betrafen vor allem geringfügige und befristete Beschäftigung.
Die Branchenanalyse offenbart einen beunruhigenden Trend. Im IV. Quartal stieg die Beschäftigung im Dienstleistungssektor um 122.000 Personen (+0,3 %). Die größten Zuwächse verzeichneten öffentliche Dienstleistungen, Bildung und Gesundheitswesen (+212.000, +1,7 %), Finanzen und Versicherungen (+14.000, +1,3 %) sowie sonstige Dienstleistungen (+17.000, +0,5 %). Rückgänge gab es im Handel, Verkehr und Gastgewerbe (-35.000, -0,3 %), bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen (-74.000, -1,2 %) sowie in Information und Kommunikation (-15.000, -1,0 %). Das verarbeitende Gewerbe (ohne Baugewerbe) verlor hingegen 160.000 Arbeitsplätze (-2,0 %), das Baugewerbe 20.000 (-0,8 %), und die Landwirtschaft blieb unverändert. Diese Veränderungen spiegeln die Konjunkturschwäche in der Industrie, den Inflationsdruck und geopolitische Unsicherheiten wider – im Kontrast zur Widerstandsfähigkeit des Dienstleistungssektors.
Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit. Nach der ILO-Definition (Destatis/Eurostat) lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2025 bei 3,8 % unter den 15- bis 74-Jährigen. Im November betrug sie 3,7 % (nicht saisonbereinigt) bzw. nach Bereinigung 3,8 %. Die Zahl der Arbeitslosen belief sich im November auf 1,64 Millionen – um 171.000 (+11,6 %) mehr als im Vorjahr.
Im Jahresdurchschnitt 2025 stieg die Arbeitslosigkeit um 161.000 auf 1,7 Millionen, und die Quote von 3,1 % auf 3,5 % (ILO). Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA), basierend auf registrierten Arbeitslosen, betrug die Jahresdurchschnittsquote 6,3 %, um 0,3 Prozentpunkte höher als 2024. Im Dezember 2025 meldete die BA 6,2 %, im Januar 2026 bereits 6,6 %. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen betrug 2025 im Durchschnitt 2,948 Millionen.
Im EU-Vergleich hatte Deutschland eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten (3,8 % im Dezember), hinter Tschechien (3,1 %) und Malta (3,2 %). Der EU-Durchschnitt lag bei 5,9 %. Die Jugendarbeitslosigkeit (15–24 Jahre) in Deutschland war die niedrigste in der EU – 6,8 %.
Der Arbeitsmarkt spürt die Auswirkungen der alternden Gesellschaft. 2024 waren 24 % der Beschäftigten (9,8 Millionen) zwischen 55 und 64 Jahre alt – der höchste Anteil in der EU. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter stieg auf 64,7 Jahre, dank der Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre bis 2029. Das hilft, den Arbeitskräftemangel zu lindern, unterstreicht aber den Bedarf an Zuwanderung und Weiterbildung. 2025 sank die Zahl der gemeldeten offenen Stellen auf 632.000. Experten, wie BA-Chefin Andrea Nahles, verweisen auf die schwierigste Lage für Arbeitssuchende seit Jahren und raten zu einer breiteren Suche.