Hauptsitz des Konzerns ist Ludwigshafen mit seiner gewaltigen Industrieregion und seinem Flusshafen am Rhein.

Seit 2008 ist BASF eine SE (Societas Europaea), also eine europäische Gesellschaft. Der Chemiegigant BASF ist ein Global Player mit 239 Produktionsstätten in 91 Ländern weltweit.

Im zweiten Quartal beliefen sich die Umsätze von BASF auf 16,1 Mrd. Euro, also fast sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Der Vorstand des Chemiekonzerns hat ein weiteres milliardenschweres Kosteneinsparungsprogramm und weiteren Personalabbau in der deutschen Hauptanlage in Ludwigshafen angekündigt. In dieser Anlage waren noch im Jahr 2021 über 38.000 Mitarbeiter beschäftigt.

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BASF kündigt weitere Kürzungen in seinen Werken an, plant gleichzeitig jedoch Investitionen in Höhe von zehn Milliarden Dollar in einen hochmodernen Industriekomplex, der laut der Firma in der Zukunft Standard nachhaltiger Produktion sein wird. Die Milliardeninvestition entsteht nicht in Deutschland, sondern in China. Außerdem hegt BASF Ambitionen in Bezug auf die USA und die Produktion in den Vereinigten Staaten.

Es ist nicht das erste Mal, dass BASF im Ausland in Deutschland verdientes Geld ausgibt. Der drastischste solcher Skandal war die Beteiligung von BASF über die Tochtergesellschaft Wintershall DEA am Bau von Nord Stream 2. BASF investierte in die russische Pipeline, weil das Unternehmen billiges russisches Gas beziehen wollte. Der deutsche Konzern war taub und voller Hochmut, als Experten und Politiker aus Polen und anderen Ländern der Region darauf hinwiesen, dass dieses Projekt gegen die Ukraine und andere Transitländer gerichtet sei und ausschließlich darauf abziele, Westeuropa von Russland abhängig zu machen.

Ohne billiges russisches Gas werden energieintensive Anlagen wie die in Ludwigshafen abgeschaltet. BASF hat im Rahmen der Reduzierung der Produktionskapazitäten an seinem Sitz in Ludwigshafen die Produktion von Ammoniak und Methanol in Deutschland eingestellt.

Der Niedergang von BASF in Deutschland, der mit der sukzessiven Einschränkung der Produktion sogenannter Grundmaterialien in diesem Land verbunden ist, schlägt sich schmerzhaft auf die gesamte deutsche Wirtschaft nieder. Die Produktion von Kunststoffen, Düngemitteln, Gummi, Farben und die Pharmaindustrie waren ganze Jahrzehnte lang von der Produktion von BASF abhängig.

Die Chemiebranche ist in Deutschland der drittwichtigste Wirtschaftszweig. Nach der Automobilindustrie mit 4,5 % und dem Maschinenbau mit etwa 3 % ist es der drittgrößte Sektor mit großer systemischer Bedeutung.

[Aleksandra Fedorska ist Journalistin polnischer und deutscher Medien]