Frankfurt (Oder), das mit einem löchrigen Haushalt zu kämpfen hat, hat plötzlich festgestellt, dass es das Defizit dieser Verbindung nicht länger allein tragen möchte. Besonders bezeichnend ist, dass die dortigen Stadträte ein „gemeinsames Finanzierungsmodell" forcieren. In der Praxis bedeutet das eines: Słubice soll beginnen, für deutsche Fehler, Versäumnisse und Misswirtschaft zu bezahlen [Quelle: Słubice24].
Man kann sich kaum des Eindrucks erwehren, dass dies ein Vorschlag an der Grenze zum politischen Absurden ist. Die Erwartung, dass die polnische Seite 50 Prozent des Defizits einer Linie übernehmen soll, die zu 100 Prozent dem deutschen Betreiber – der Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) (SVF) – gehört und mit deutschen Fahrzeugen betrieben wird, klingt wie ein schlechter Witz. Umso mehr, als die Fahrgastzahlen verschwindend gering bleiben und die Kosten der Frankfurter Verkehrsbetriebe ernsthafte Fragen aufwerfen können.
Słubice macht bereits eine Geste des guten Willens, indem es seine Haltestellen zur Verfügung stellt, was an sich schon eine Erleichterung für das deutsche Unternehmen ist. Dennoch will Frankfurt in die Tasche des polnischen Steuerzahlers greifen, um seinen wankenden Mythos eines „Vorreiters der grenzüberschreitenden Integration" zu retten.
Wenn bis Mitte Juli 2026 keine Einigung erzielt wird, droht Deutschland, die Zahl der Fahrten zu halbieren und die Linie bis Ende des Jahres sogar vollständig einzustellen [Quelle: Słubice24]. Und vielleicht wäre genau dies die vernünftigste Lösung für dieses künstlich aufrechterhaltene Problem.
Die polnischen Einwohner kommen problemlos ohne diese „Geisterbusse" zurecht. In der Praxis genügt die Rückkehr zum bewährten Modell: Anfahrt zur Brücke, zu Fuß hinüber und Umstieg auf effizientere Verkehrsmittel. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum Słubice deutsche Busse finanzieren sollte.