Ein Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, dass in Deutschland nach Erreichen des Rentenalters 7 % der Senioren weiterhin erwerbstätig sind, was rund 1,2 Millionen Personen auf dem Arbeitsmarkt entspricht. Durchschnittlich arbeiten sie 19 Stunden pro Woche.
Aus den deutschen Analysen geht hervor, dass die Erwerbstätigkeit mit dem Alter sinkt: Bei 66-Jährigen beträgt sie 20 %, bei Personen über 74 Jahren nur noch 2,3 %. Männer sind aktiver (9,4 %) als Frauen (5 %). Selbstständige machen 37,4 % der erwerbstätigen Senioren aus, während der Durchschnitt über alle Altersgruppen hinweg nur 9 % beträgt. Selbstständige arbeiten 26 Stunden pro Woche.
Personen mit höherer Bildung sind die Gruppe, die häufiger eine berufliche Tätigkeit fortführt. Unter den selbstständigen Senioren haben 55 % der Erwerbstätigen einen höheren Bildungsabschluss, und bei sehr gutem Gesundheitszustand arbeiten in der Altersgruppe 66–69 Jahre 27,5 %, bei gutem Zustand 18,9 %. Allerdings geben nur 2,6 % der Senioren in dieser Altersgruppe an, sich bei sehr guter Gesundheit zu befinden. Die statistischen Daten zeigen eindeutig: Je schlechter der Gesundheitszustand des Rentners, desto geringer ist seine Erwerbstätigkeit und desto kürzer seine Arbeitszeit.
Senioren arbeiten in vielfältigen Branchen. Die meisten finden sich im Gesundheitswesen (18 %), im Handel (15 %), im verarbeitenden Gewerbe (12 %) sowie in den freien Berufen (12 %). In einigen Branchen ist der Anteil der Senioren beachtlich. So ist die Situation im Immobilienhandel bei 7 %, in der Land- und Forstwirtschaft bei 6 %. Das zeigt, dass Senioren dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Schlüsselbereichen der deutschen Wirtschaft zu lindern.
Seit dem 1. Januar 2026 tritt das Programm Aktivrente in Kraft, eine neue Vergünstigung für Rentner. Personen können nun nach Erreichen des Rentenalters von 67 Jahren für nach 1963 Geborene bis zu 2000 Euro monatlich einkommensteuerfrei im Rahmen einer Beschäftigung hinzuverdienen. Oberhalb von 2000 Euro wird die Steuer nur auf den Mehrbetrag erhoben, ohne Auswirkung auf die Besteuerung der Rente.
Die Aktivrente soll zur Fortsetzung der Erwerbstätigkeit ermutigen und die Folgen des demografischen Wandels sowie den Fachkräftemangel abmildern. Das Fehlen einer Altersobergrenze ermöglicht eine Erwerbstätigkeit auch in späten Jahren. Die Regierung plant eine Evaluierung des Gesetzes nach zwei Jahren.