Volkswagen (VW), einer der größten Automobilhersteller der Welt, kämpft mit einer tiefen Krise. Der Konzern hat ehrgeizige Pläne zur Kostensenkung um 20 Prozent bis Ende 2028 angekündigt, was Einsparungen von rund 60 Milliarden Euro entspricht. Dies ist eine Fortsetzung früherer Sparmaßnahmen, die bereits Milliarden Euro eingebracht haben. Ein wesentliches Problem des Konzerns ist die schwache Nachfrage in China, aber auch die US-Zölle und der scharfe Wettbewerb durch asiatische Konkurrenten. In Deutschland wurde bereits ein Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen bis 2030 vereinbart – ohne Werksschließungen dank einer Vereinbarung mit den Gewerkschaften. Dennoch halten die Diskussionen über Fabrikschließungen an, was unter den Beschäftigten Unruhe auslöst. Im polnischen Kontext, wo VW ebenfalls wichtige Werke betreibt, erscheint die Lage für die 9.000 Beschäftigten stabiler.

Die Geschichte der VW-Probleme reicht bis zum Dieselgate-Skandal von 2015 zurück, doch die aktuelle Krise hat tiefere Ursachen. Im Jahr 2024 sanken die Nettogewinne um 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was zu radikalen Schritten zwang. Der schwächelnde chinesische Markt, wo VW Marktanteile an lokale Elektrofahrzeughersteller wie BYD verliert, ist der Hauptschlag. Hinzu kommen die hohen Produktionskosten in Deutschland – höher als in Portugal oder Polen. Auch die europäische Transformation hin zu Elektrofahrzeugen (EV) hilft nicht: Trotz Investitionen verkaufen sich Modelle wie der ID. Buzz nicht so gut wie erwartet. Im Jahr 2025 kämpfte der Konzern mit einer Finanzierungslücke von 11 Milliarden Euro, was Investitionen in neue Modelle und Fabrikmodernisierungen verzögerte. Im Februar 2026 bleibt die Lage angespannt: VW sucht nach Wegen, die Gewinnschwelle zu senken, um in der Ära günstiger chinesischer Elektrofahrzeuge zu bestehen.

Die Bundesregierung warnt unter Wahlkampfdruck vor Schließungen, doch Experten sehen darin ein Symptom der Deindustrialisierung. Unternehmen wie Miele verlagern bereits die Produktion nach Polen, was den Trend verdeutlicht. VW beschäftigt in Deutschland über 120.000 Menschen und plant Kürzungen – jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen dank der Vereinbarung mit der IG Metall. Dennoch sind Werke in Emden, Zwickau oder Osnabrück gefährdet. 2024 wurde das Audi-Werk in Brüssel geschlossen, und einige Produktionslinien wurden nach Mexiko verlagert.

Volkswagen ist seit den 1990er-Jahren in Polen präsent, als ein Joint Venture in Poznań entstand. Heute verfügt der Konzern über mehrere wichtige Standorte: das Werk in Poznań (Produktion des Caddy und T6.1), in Września (Crafter), in Polkowice (Motoren) und in Antoninek (Komponenten). Diese Standorte beschäftigen Tausende von Menschen – Poznań zählt über 11.000 Mitarbeiter, Września etwa 3.000. Diese Werke bilden das zweite „Standbein“ von VW Nutzfahrzeuge in Europa.

Im Kontext der Krise sind die polnischen Fabriken nicht unmittelbar von Schließungen bedroht. Im Gegenteil – die um 30 bis 40 Prozent niedrigeren Arbeitskosten im Vergleich zu Deutschland machen sie für Verlagerungen attraktiv. Im Dezember 2024 erwog VW, die Produktion des ID. Buzz von Hannover nach Poznań oder Września zu verlagern, um Kosten zu senken. Dies könnte neue Arbeitsplätze schaffen und die Produktion steigern. Osteuropa, einschließlich Polens, verzeichnet einen Anstieg der Stellenausschreibungen deutscher Unternehmen um 34 Prozent.

Dennoch sind die polnischen Werke nicht frei von Problemen. In der Vergangenheit führten externe Krisen zu Produktionsunterbrechungen: der Krieg in der Ukraine (2022), die Überschwemmung (2024) oder der Chipmangel. Im Jahr 2025 stoppten Fabriken in Hannover (Deutschland) und Poissy (Frankreich) aufgrund schwacher Nachfrage ihre Bänder, was sich indirekt auf die Zulieferer in Polen auswirkt. Trotzdem profitiert Polen von der Transformation: Die EV-Produktion in der Region wächst, wie bei Škoda in Tschechien (einem Teil von VW).