Die deutsche Bundesregierung legte unlängst eine offizielle Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu finanziellen Aspekten der Bekämpfung der organisierten Kriminalität vor. Dieses Dokument zeigt sowohl die Prioritäten der Bundesbehörden als auch gewisse wesentliche Grenzen der Wirksamkeit der Ermittlungsbehörden auf. Eine besondere Bedeutung wird der wirksamen Vermögenseinziehung beigemessen, weil sie es ermöglicht, kriminellen Organisationen die finanziellen Mittel zu entziehen, die der Motor ihrer Tätigkeit sind und ihnen den Fortbestand ermöglichen.

Nach Daten von Europol befassen sich 96 Prozent der gefährlichen kriminellen Netzwerke in der Europäischen Union mit der Wäsche der von ihnen erlangten Gelder. Einige Gruppen nutzen jedoch auch die Dienste sogenannter spezialisierter Anbieter, die gegen Gebühr illegale Vermögenswerte annehmen und in „gewaschener“ Form zurückgeben. Die deutsche Regierung verweist auf die wachsende Bedeutung informeller Geldtransfersysteme wie der arabischen Hawala, die völlig außerhalb des offiziellen Bankensystems funktionieren und extrem schwer zu kontrollieren sind. Eine immer größere Rolle spielen auch Kryptowährungen. Aufgrund ihrer Unergreifbarkeit, ihrer nebulösen Lokalisierung und ihrer Skalierbarkeit stellen sie eine ernsthafte Herausforderung für die Strafverfolgungsbehörden dar. Ein zusätzliches Problem sind Werkzeuge wie Krypto-Mixer, die das Aufspüren der Mittelherkunft zusätzlich erheblich erschweren.

Der internationale Charakter der Finanzströme, komplexe Unternehmensstrukturen und die schnelle Entwicklung der Technologie führen dazu, dass traditionelle Methoden der Geldverfolgung an Wirksamkeit verlieren.

In den letzten Jahren hat Deutschland mehrere wichtige gesetzliche Änderungen im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche eingeführt. Seit der diesbezüglichen Rechtsreform im Jahr 2017 ist ein dynamischer Anstieg der von der Polizei, dem Zoll und anderen Diensten gesicherten Vermögen zu beobachten. Seit Juli 2025 ist auch die europäische Behörde AMLA (Anti-Money Laundering Authority) tätig, die die Maßnahmen der nationalen FIU-Einheiten koordinieren und gemeinsame Analysen grenzüberschreitender Transaktionen erleichtern soll.

Trotz all dieser Maßnahmen offenbart das Dokument der deutschen Regierung gewisse fundamentale Schwächen dieses Systems. Das Fehlen einer zuverlässigen, systematischen Bewertung, ob die Vermögenseinziehung den Kern organisierter krimineller Gruppen tatsächlich schwächt, wirft ernsthafte Fragen zur langfristigen Wirksamkeit der gesamten Strategie auf. Die Bundesregierung räumt offen ein, dass sie nicht über Kenntnisse verfügt, mit denen sich beurteilen ließe, inwieweit die derzeitigen Instrumente Personen treffen, die diese Strukturen tatsächlich kontrollieren.

Die Bekämpfung der Geldwäsche in Deutschland bleibt also ein Prozess, der weit von einem Erfolg entfernt ist. Wenngleich gesetzliche und institutionelle Fortschritte erkennbar sind.

Eines der spektakulärsten Beispiele für eine erfolgreiche Vermögenseinziehung im Kampf gegen kriminelle Clans in Deutschland ist der Fall des Berliner Remmo-Clans, einer der arabischen Familien, die einst als eine der mächtigsten Strukturen der organisierten Kriminalität in der Hauptstadt Deutschlands galt. Im Juli 2018 führten die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft unter Nutzung der neuen Bestimmungen zur Reform der Vermögenseinziehung eine der größten Operationen in der Geschichte der deutschen Polizei durch. Sichergestellt wurden damals 77 Immobilien, darunter Häuser, Wohnungen und Grundstücke, im Gesamtwert von etwa 9–10 Millionen Euro. Die meisten dieser Objekte befanden sich in den Berliner Stadtteilen Neukölln und Mitte, ein Teil in Brandenburg. Nach Ansicht der Ermittler wurden die Immobilien mit Geldern aus Straftaten erworben, u. a. aus der Wäsche von Geldern aus Überfällen, Erpressungen und Drogenhandel. Viele von ihnen waren formell auf Namen von „Strohmännern“ eingetragen, hauptsächlich auf Personen, die mit dem Clan verwandt waren, aber keine legalen Einkünfte hatten, die solche Investitionen ermöglicht hätten.

Der Fall zog sich über Jahre hin. Im März 2025 erließ das Landgericht in Berlin ein Urteil, mit dem die endgültige Einziehung von 58 dieser Immobilien angeordnet wurde. Das Gericht erkannte an, dass die Objekte aus illegalen Quellen finanziert wurden und die komplizierten Eigentumsstrukturen darauf abzielten, die wahren Begünstigten zu verschleiern. Die Entscheidung des Gerichts war dank der im Verfahren wegen Geldwäsche gesammelten Beweise möglich, auch wenn die konkrete Straftat in einem anderen Strafprozess nicht vollständig nachgewiesen wurde. Der Remmo-Clan verlor auf diese Weise einen erheblichen Teil seines Vermögens, was die Grundlagen seiner kriminellen Tätigkeit unmittelbar traf.

[Die Autorin Aleksandra Fedorska ist Journalistin von Tysol.pl sowie zahlreicher polnischer und deutscher Medien]

[Titel, Lead, Abschnitt „Was Sie wissen müssen“ und „Warum das wichtig ist“ sowie einige Zwischenüberschriften von der Redaktion]