Deutsche Zeltplätze und Campingplätze erleben einen Boom. Nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 auf Campingplätzen im ganzen Land insgesamt 44,7 Millionen Übernachtungen registriert. Das ist ein absoluter Rekord und ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen wuchs deutlich schneller als in der gesamten Tourismusbranche. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sie sich verdoppelt.

In Deutschland gab es in der vergangenen Sommersaison rund 3.100 bis 3.200 touristische Campingplätze, also solche mit mindestens 10 Stellplätzen. Diese Zahl wird in der Saison 2025/2026 voraussichtlich 3.200 Betriebe übersteigen. Hinzu kommen noch einige Hundert kleinere Campingplätze und reine Stellplätze für Wohnmobile, die nicht immer in den offiziellen Statistiken erfasst werden. Auf all diesen Campingplätzen stehen insgesamt 238.000 bis 240.000 touristische Stellplätze zur Verfügung. Die meisten befinden sich in Bayern (etwa 520–530), in Niedersachsen (420–430) sowie in Baden-Württemberg (400–410).

Zwischen 2012 und 2025 ist die Zahl der Campingplätze in Deutschland um rund 370–380 Betriebe gestiegen, was einem Wachstum von 13 Prozent entspricht.

Camping ist zu einer der beliebtesten Urlaubsformen der Deutschen geworden. Immer mehr Familien, Paare und Senioren entscheiden sich für Zelte, Wohnwagen oder Wohnmobile statt für traditionelle Hotels. Diese Erholungsform lockt vor allem durch die Möglichkeit des engen Kontakts mit der Natur, große Flexibilität und ein Gefühl der Freiheit. 2025 entfielen bereits neun Prozent aller touristischen Übernachtungen in Deutschland auf Camping – deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Die Beliebtheit des Campingbooms in Deutschland ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Deutschen verbringen zunehmend gern Zeit im Freien, suchen nach authentischen Erfahrungen und schätzen die Möglichkeit, ihren Urlaub eigenständig zu gestalten. Hinzu kommt die Entwicklung der Infrastruktur, denn moderne Campingplätze bieten einen immer höheren Standard mit guten Sanitäranlagen, Schwimmbädern, Freizeitbereichen und Internetzugang. Dadurch wird Camping nicht mehr als billige Alternative wahrgenommen, sondern als attraktive Option für viele Altersgruppen. Besonders beliebt bei Campingurlaubern sind Regionen wie die Ostseeküste in Schleswig-Holstein, der Schwarzwald, die Nordseeküste in Niedersachsen sowie die Umgebung des Bodensees und das bayerische Allgäu. Diese Gebiete ziehen sowohl Deutsche als auch Gäste aus dem Ausland an, die besonders gern den Südwesten des Landes besuchen.

Der Campingboom hat allerdings auch seine Kehrseite. Die Übernachtungspreise auf Campingplätzen steigen schneller als bei anderen Unterkunftsarten und schneller als die allgemeine Inflation. Die Gebühren für Wohnmobil-Stellplätze und die allgemeinen Aufenthaltskosten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Gebühren für einen Biwakplatz oder einen Stellplatz für Wohnwagen und Zelt stiegen im Vergleich zu 2020 um 28,7 Prozent. Für eine typische dreiköpfige Familie, also 2 Erwachsene und 1 Kind, im Wohnwagen einschließlich Strom und Duschen betrugen die Übernachtungskosten in der vergangenen Saison durchschnittlich 40 Euro in Deutschland.