Schmidt besucht regelmäßig vor allem Kasachstan und verfügt dort über Kontakte zu örtlichen Geschäftsleuten und Politikern. Schmidt ist jedoch kein Allerwelts-Rechtspolitiker, sondern ein in der Sowjetunion geborener Mann mit sehr guten Kontakten in Russland und den postsowjetischen Republiken. Die deutsche Wochenzeitschrift Der Spiegel berichtete, dass Eugen Schmidt weiterhin seinen russischen Pass nutze und sich auf russischem Gebiet mit seinem ursprünglichen Vornamen Jewgenij vorstelle. Bekannt für seine prorussische Haltung ist auch Steffen Kotré, der noch im Vorjahr sogar im russischen Fernsehen in der Propaganda-Sendung bei Wladimir Solowjow auftrat. Markus Frohnmaier hingegen besuchte sehr gerne die Krim nach 2015. Nicht ohne Bedeutung für diesen Antrag sind auch die Unterschriften ehemaliger hochrangiger Bundeswehr-Militärs Gerold Otten und Joachim Wundrak. In ihrer Strategie zeigt die AfD ein großes Verständnis der Lage in Zentralasien und eine erhebliche Entschlossenheit zu Aktivitäten, die deutlich über die bisherige Politik Deutschlands in dieser Region hinausgehen.
Die AfD weist auf die mit 200.000 Personen relativ große deutsche Diaspora in Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan hin. Die deutsche Rechte sieht für diese Gruppe eine spezifische Funktion einer „Brücke“ zwischen der örtlichen Verwaltung sowie der Wirtschaft und der deutschen Regierung vor. Die Rechte erwartet von der deutschen Regierung größere finanzielle und organisatorische Unterstützung für die deutsche Minderheit in Zentralasien. Zusätzlich spricht sich die AfD für höhere Mittel im Zusammenhang mit der Förderung des Deutschlernens in dieser Region aus.
Deutschland sollte, wie die AfD meint, finanzielle Mittel und seine Aufmerksamkeit auf das Rohstoffpotenzial der Region Zentralasien lenken. Die AfD-Bundestagsfraktion fordert, Investitionen in diesem Wirtschaftssektor mit staatlichen Garantien zu versehen, feste Kaufverträge mit staatlichen Preisgarantien für Schlüsselrohstoffe einzuführen und günstige Exportkredite zu gewähren.
Derzeit ist der Seetransport kompliziert und teuer, doch hier sollten die Deutschen langfristig auf eine bessere Infrastruktur des Landtransports zwischen Zentralasien und Deutschland einwirken. Hinzu kommt die Unterstützung des sogenannten Mittleren Korridors zwischen China, Zentralasien, dem Kaukasus, der Türkei und Europa.
Auf der Ebene der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Ländern Zentralasiens sollte das Thema Sicherheit und Schutz vor Terrorismus in offensichtlicherer Form auftreten. Die AfD will, dass die deutsche Regierung die Islamische Bewegung Usbekistans (IBU) und den Islamischen Dschihad (IJU) verbietet sowie entschlossene Maßnahmen gegen tadschikische islamische Extremisten ergreift, von denen viele besonders in Deutschland aktiv sind. Die Zusammenarbeit mit den Regierungen der Staaten der Region im Bereich der Terrorismusbekämpfung soll auch in die andere Richtung wirken, sodass Islamisten aus den Staaten Zentralasiens schnell in die Herkunftsländer oder in Transitländer abgeschoben werden.
— Sämtliche Haftstrafen sollten in den Herkunftsländern verbüßt werden, vorausgesetzt, dies ist tatsächlich in zwischenstaatlichen Abkommen garantiert
Die Antragsteller der Revolution vom 14. November sehen eine deutlich erweiterte Rolle Deutschlands in dieser Region als bisher vor. Deutschland soll laut AfD im Bereich der Verhütung von Wasser- und Grenzkonflikten sowie der Verwaltung von Grenzen und Grenzschutz aktiver werden, insbesondere zwischen Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan. Weiter soll Deutschland Drogen- und Menschenhandel sowie terroristische Bedrohungen aus Afghanistan verhindern.
Deutschland soll, wie die AfD betont, Einfluss auf Saudi-Arabien und Katar nehmen, damit sie aufhören, Islamismus und Dschihadismus in Zentralasien zu fördern. Andererseits sollen die Deutschen alle Versuche zur Regimewechsel in den Staaten Zentralasiens einstellen und sich von unbefugter Einmischung in innere Angelegenheiten zurückhalten.
Die AfD ruft die Regierung zur Zusammenarbeit mit Usbekistan auf UN-Ebene auf, um sicherzustellen, dass die eingefrorenen Mittel der afghanischen Zentralbank ausschließlich für humanitäre Zwecke unter strenger internationaler Kontrolle verwendet werden.
[Aleksandra Fedorska ist Journalistin polnischer und deutscher Medien]