Die Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt an, dass im Jahr 2024 nur 48 Prozent der Migranten erwerbstätig waren. In der Gruppe der gebürtigen Deutschen arbeiteten hingegen 79 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Die Behörde ist der Ansicht, dass trotz des Bedarfs an Arbeitskräften Bürokratie und systemische Hürden die berufliche Integration von Migranten, insbesondere von Geflüchteten, erschweren.

Deutschland braucht Arbeitskräfte – vor allem in Sektoren wie dem Gesundheitswesen, dem Bauwesen und der IT. Im Jahr 2024 wurden 1,34 Millionen offene Stellen verzeichnet, und Prognosen weisen auf einen Mangel von 7 Millionen Arbeitskräften bis 2035 hin. Migranten könnten diese Lücke füllen, doch zahlreiche Hindernisse blockieren ihren Zugang zum Arbeitsmarkt. Das Verfahren zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen ist zeitaufwendig und kompliziert. Im Jahr 2023 wurden beispielsweise nur 27 Prozent der Anträge auf Anerkennung von Qualifikationen von Migranten aus Drittstaaten vollständig anerkannt. Langwierige Asylverfahren, die manchmal sogar über ein Jahr dauern, verzögern die Erteilung einer Arbeitserlaubnis. Der eingeschränkte Zugang zu Sprachkursen stellt ein weiteres Problem für den Arbeitsmarkt dar.

Besonders angespannt ist die Lage in den Gruppen aus dem Nahen Osten und Zentralasien. Unter Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak beträgt die Erwerbstätigenquote lediglich 35 Prozent, obwohl viele von ihnen bereits 2015 eingetroffen sind. Die Bundesbehörde gibt an, dass die niedrige Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen von 27 Prozent auf familiäre Verpflichtungen und fehlende Kinderbetreuung zurückzuführen ist.

In der Gruppe der Einwanderer aus Indien und der Ukraine sind die Ergebnisse besser. Die Bevölkerung ukrainischer Geflüchteter im erwerbsfähigen Alter umfasst rund 800.000 Personen, überwiegend Frauen und Kinder. Nahezu 300.000 sind erwerbstätig, davon 250.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Erwerbstätigenquote stieg 2025 auf 38 % (gegenüber 25 Prozent im Jahr 2024), dank vereinfachter Verfahren. Frauen dominieren im Gesundheitswesen und bei Dienstleistungen, Männer in der Logistik. Von Arbeitslosigkeit betroffen sind 211.000 Personen mit fallender Tendenz.

Experten der BA fordern eine Vereinfachung der Verfahren zur Anerkennung von Qualifikationen, die Ausweitung von Sprachkursen und eine Verbesserung des Zugangs zur Kinderbetreuung. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Reformen angekündigt, darunter digitale Plattformen zur Vermittlung von Arbeitskräften. Arbeitgeberorganisationen kritisieren jedoch den fehlenden Fortschritt beim Bürokratieabbau.