Die Alternative für Deutschland (AfD) bezieht konsequent eine der eindeutigsten und radikal pronuklearen Positionen. Den vollständigsten Ausdruck dieser Haltung bildet der am 4. März 2026 im Bundestag eingebrachte Antrag, vorbereitet von den Abgeordneten Adam Balten, Leif-Erik Holm, Steffen Kotré und Dr. Malte Kaufmann sowie unterzeichnet von den Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla.
Dieses Dokument stellt eine durchdachte, vielschichtige Diagnose der Krise der deutschen Energiepolitik dar und schlägt zugleich einen strategischen Richtungswechsel vor, der Rationalität und Souveränität bei der Bewirtschaftung der Energieressourcen des Landes wiederherstellen soll.
Die AfD eröffnet ihren Antrag mit der unzweideutigen Feststellung, dass der ideologisch motivierte Ausstieg aus der Kernenergie einen der schwerwiegendsten strategischen Fehler der vergangenen Jahrzehnte darstellt. Die Entscheidung, die letzten drei deutschen Kernkraftwerke im April 2023 abzuschalten, wurde trotz langjährigem zuverlässigen Betrieb und der Erfüllung höchster Sicherheitsstandards getroffen. Es war ein Akt, der die Fundamente des deutschen Wohlstands, der Versorgungssicherheit und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft unmittelbar traf. Die Verfasser des Antrags aus den Reihen der AfD kontrastieren diese Politik mit dem Ansatz der Nachbarländer, in denen Kernenergie als Säule eines stabilen, emissionsarmen und planbaren Energiesystems behandelt wird. Statt die Entwicklung moderner, sauberer und steuerbarer nukleartechnischer Lösungen voranzutreiben, ersetzte Deutschland deren Erzeugung durch teure Importe und durch Energie aus stark wetterabhängigen Quellen. Die Folgen dieses Wandels sind ein systematischer Anstieg der Strompreise, eine fortschreitende Destabilisierung des Übertragungsnetzes sowie eine zunehmende Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten, was nicht nur die industrielle Position Deutschlands schwächt, sondern auch dessen strategische Autonomie und die Beziehungen zu seinen Nachbarn.
Die deutsche Rechte begnügt sich nicht mit allgemeinen Bewertungen, sondern führt konkrete, messbare Daten an, denen zufolge die Gesamtkosten der bisherigen Energiewende bis zu 5,4 Billionen Euro erreichen können, ohne dabei eine dauerhafte Versorgungssicherheit zu gewährleisten oder die Klimaziele glaubwürdig zu erreichen. Noch aussagekräftiger ist nach Ansicht der AfD der Emissionsaspekt. Die von der Plattform Electricity Maps veröffentlichten Daten belegen, dass der deutsche Strommix nach der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke höhere CO₂-Emissionen erzeugt als in der Zeit davor, während diese Emissionen in Frankreich, einem Land, das fast vollständig auf Kernenergie setzt, etwa elfmal niedriger sind. Auf diese Weise widerlegt der Antrag den Mythos, der Atomausstieg sei ein Schritt zum Klimaschutz, und zeigt zugleich, dass es sich vielmehr um einen Rückschritt handelt – sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht.
Die AfD fordert die Bundesregierung zu systemischen Maßnahmen auf. Sie verlangt zunächst die formelle Anerkennung der Kernenergie als umweltfreundliche Quelle im Einklang mit der EU-Energie-Taxonomie, was unmittelbar im deutschen Energierecht abgebildet werden müsse. Zugleich plädiert die rechte Partei für eine radikale Erhöhung der Mittel für Forschung und Entwicklung an Reaktoren der neuesten Generationen, darunter kompakte Modulreaktoren (SMR), Flüssigsalzreaktoren und Dual-Fluid-Reaktoren, die ein höheres Sicherheitsniveau, eine deutlich bessere Effizienz und einen rationaleren Ressourceneinsatz bieten. Im Hinblick auf das Problem radioaktiver Abfälle werden innovative Lösungen auf Grundlage fortgeschrittener Brennstoffaufbereitung und Transmutationstechnologien beworben, die langfristig den Umfang und die Gefahren der Endlagerung erheblich reduzieren könnten. Der Antrag der deutschen Rechten hat zudem einen gesellschaftlichen Charakter, denn die AfD will eine breit angelegte, faktenbasierte Informationskampagne starten, die der Öffentlichkeit den aktuellen Stand der Wissenschaft zu Sicherheit, ökologischen Vorzügen und technologischem Fortschritt der Kernenergie vermitteln soll – und gleichzeitig aktiv jener Desinformation und jenen Stereotypen entgegenwirken soll, die das negative Bild dieser Technologie in Deutschland über Jahre geprägt haben.
Die AfD ruft zu einer objektiven, von ideologischen Vorurteilen freien Neubewertung aller verfügbaren Energiequellen auf, die nicht nur die Emissionsbilanz, sondern vor allem die technische Effizienz sowie den realen Beitrag zu wirtschaftlichem Wachstum und gesellschaftlicher Stabilität berücksichtigt. Die Partei stellt sich konsequent gegen das, was sie als ideologische Verblendung des dominierenden Energiepolitik-Mainstreams bezeichnet. Der Antrag vom März 2026 ist also kein Akt punktueller Kritik, sondern ein bewusster Beitrag zur Debatte über die Zukunft der deutschen Energieversorgung, der die Diagnose begangener Fehler mit einer konkreten Zukunftsvision verbindet, die auf technologischer Modernität, ökonomischem Realismus und langfristigem strategischem Denken beruht.