Es ist der stärkste monatliche Rückgang seit zwei Jahren, der die Prognosen aller Analysten, die nur etwa 4,5 % erwarteten, deutlich übertrifft. Die Industrieproduktion verzeichnete einen Rückgang von 0,5 % im Monatsvergleich, was die Instabilität der Konjunktur und die tiefe Krise in Deutschland unterstreicht.
Die detaillierten Zahlen zeichnen ein sehr düsteres Bild. Aufträge aus dem deutschen Inlandsmarkt fielen um sage und schreibe 16,2 %, während die Auslandsaufträge um 7,1 % zurückgingen – davon um 7,3 % aus dem Euroraum und 7,1 % aus dem Rest der Welt. Ohne Großaufträge (z. B. staatliche Verträge über Rüstung und Infrastruktur) betrug der Rückgang nur 0,4 %, was darauf hindeutet, dass der Regress hauptsächlich auf das Fehlen solcher Impulse im Januar zurückzuführen ist. Die Produktion in der Industrie sank um 2,5 %, mit den größten Verlusten im Metallsektor (-12,4 %), bei Pharmazeutika (-11,9 %) sowie elektronischen und optischen Geräten (-6,8 %). Im Metallsektor verringerten sich die Aufträge um 39,4 %, nach einem Anstieg um 29,7 % im Dezember 2025.
Im Vergleich zum Vormonat brachte der Dezember 2025 einen Anstieg der Aufträge um 6,4 %, getrieben von großen Regierungsaufträgen. Das Fehlen von Daten im Jahresvergleich unterstreicht, dass es sich um monatliche Schwankungen handelt, doch Experten warnen vor langfristigen Abwärtstrends.
Der Rückgang verteilt sich nicht gleichmäßig. Der Metall- und Maschinenbau hat am stärksten gelitten, mit einem Rückgang der Aufträge von über 10–39 %. Pharmazie und Elektronik weisen auf Probleme mit der globalen Nachfrage hin, während die Automotive-Branche weiterhin mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu kämpfen hat (ca. 50.000 im Jahr 2025). Das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass sich die Konjunktur sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Produktionsseite abgeschwächt hat.
Die Hauptursache für den Einbruch der deutschen Industriekonjunktur ist das Fehlen großer staatlicher Aufträge, die das Wachstum in den vergangenen Monaten angetrieben hatten. Eine zusätzliche Belastung ist der Konflikt im Nahen Osten, einschließlich des Krieges mit dem Iran, der die Ölpreise auf über 100 USD pro Barrel und die Gaspreise an den Weltmärkten in die Höhe getrieben hat. Das bremst die Erholung, erhöht die Produktionskosten und schwächt die Nachfrage. Schwache Binnen- und Außennachfrage, eine Normalisierung nach dem hohen Dezember und die mögliche Schließung der Straße von Hormus verstärken die Probleme.
Die deutschen Ökonomen sind jedoch über das hohe Ausmaß des Rückgangs der Aufträge in Deutschland überrascht. Jens Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stellt fest:
- Ein deutlicher Rückgang der Auftragszahlen war angesichts der starken vorherigen Monate allgemein erwartet worden. Doch die Tatsache, dass es um zweistellige Werte einbricht, ist eine bittere Enttäuschung.
Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank fügt hinzu:
- Der Rückgang war absehbar, schockierend ist jedoch das Ausmaß des Phänomens. Thomas Gitzel von der VP Bank betont: „Die gute Nachricht ist, dass die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten das Programm der Bundesregierung zu Rüstung und Infrastruktur nicht beeinflussen. Der öffentliche Sektor wird der Privatwirtschaft weiterhin Aufträge liefern.
Die Deutschen verweisen auf eine mögliche Stabilisierung dank fiskalischer Pakete der Regierung und der EU-Konjunkturmittel, zu denen auch SAFE gehört, die die Aufträge in den kommenden Monaten erhöhen könnten. Die LBBW erwartet für 2026 bessere Daten im Vergleich zum Vorjahr trotz Instabilität. Allerdings erhöht der Anstieg der Energiepreise das Risiko einer Rückkehr in die Rezession und gefährdet Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Es kommen auch Forderungen nach geld- und fiskalpolitischen Eingriffen auf, um eine weitere wirtschaftliche Verlangsamung in Deutschland zu vermeiden.
[Autorin Aleksandra Fedorska ist Journalistin von Tysol.pl sowie zahlreichen polnischen und deutschen Medien]
[Titel, Abschnitte „Was Sie wissen müssen“ und „Was bedeutet das für Polen?“ sowie ein Teil der Zwischenüberschriften von der Redaktion]