Hohe Energiepreise, sinkende Investitionen und steigende Arbeitskosten treffen die deutsche Wirtschaft immer stärker. Die jüngste Analyse des Bundestags zeigt, dass Deutschland in Schlüsselsektoren gegenüber den USA, China und anderen G7-Staaten an Wettbewerbsfähigkeit verliert und ein Teil der Probleme bereits strukturellen Charakter hat.

Im Januar 2026 bezeichnete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Lage der deutschen Wirtschaft in einigen Sektoren als kritisch. Er betonte, dass die Produktivität zu niedrig und die Kosten für Bürokratie und Steuern zu hoch seien. Im Kontext dieser Worte analysiert ein neues Dokument des deutschen Bundestags die wirtschaftliche Position Deutschlands anhand ausgewählter Kennzahlen im internationalen Vergleich mit den G7-Ländern, Skandinavien und China.

Eine Belastung für Deutschland ist vor allem die Energie, denn die industriellen Strompreise sind in Deutschland die höchsten in den G7 und erreichten 2023 über 20 ct/kWh (eine Einheit, die den Preis für elektrische oder thermische Energie in Deutschland und einigen anderen Ländern angibt. Sie bezeichnet die Kosten (in Cent) für den Verbrauch von 1 kWh Energie, die die grundlegende Abrechnungsgröße ist - Anm. d. Red.). Zum Vergleich: In den USA sind es lediglich 7 ct/kWh und in Kanada etwa 6 ct. In Europa zahlt Italien ähnlich hoch (etwa 25 ct), aber Frankreich profitiert von günstiger Kernenergie (etwa 10 ct). Dieser Faktor, verknüpft mit der Energiewende, schwächt insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen wie der Chemie oder der Stahlindustrie.

Eine der wichtigsten Kennzahlen für die Wettbewerbsfähigkeit ist das Niveau der privaten Investitionen. Doch laut der Analyse des Bundestags zeigen die Investitionen deutscher Unternehmen in den letzten Jahren eine rückläufige Tendenz. Der Investitionsindex (auf Basis des Niveaus von 2013) zeigt, dass dieser Indikator in Deutschland 2024 unter 120 Punkte gefallen ist, während er in anderen G7-Ländern wie den Vereinigten Staaten oder Kanada auf über 200 gestiegen ist. In China beispielsweise wachsen die Investitionen dynamisch und erreichen über 210 Punkte, was die dynamische Entwicklung der Infrastruktur und Technologie widerspiegelt.

Ein weiterer Aspekt, der auf der deutschen Wirtschaft lastet, ist die Besteuerung der Unternehmen. Der effektive Durchschnittssteuersatz auf die Investitionsrendite beträgt in Deutschland etwa 30 %, was das Land im Mittelfeld unter den analysierten Staaten platziert. In Italien sind es (etwa 27 %) und in Frankreich (etwa 25 %). Deutlich niedrigere Steuern haben die USA (etwa 23 %) und Großbritannien (etwa 22 %). Schweden mit einem Wert unter 20 % zeigt, dass es gerade niedrige Steuern sein können, die Kapital anziehen.

Laut der Analyse des Bundestags betrifft das nächste Problem die hohen Arbeitskosten je Produktionseinheit; in Deutschland steigen sie schneller als der G7-Durchschnitt. Von 2015 bis 2025 stieg der Indikator für Deutschland um etwa 20 Punkte und überschritt 130 (Index 2015=100). Zum Vergleich: Der G7-Durchschnitt liegt bei lediglich 115 Punkten, und in den USA oder Japan ist der Anstieg minimal. In Skandinavien, etwa in Dänemark, steigen die Kosten dank effizienter Arbeitsmodelle langsamer.

Infolgedessen verlieren deutsche Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber günstigeren Produzenten aus Asien. Merz ruft zu einer Verbesserung der Produktivität durch den Abbau von Bürokratie auf, was diese Kosten ausgleichen könnte.

Der deutsche Anteil am weltweiten BIP sank von 7 % im Jahr 1995 auf lediglich 4 % im Jahr 2024. Unterdessen erhöhte China seinen Anteil von 3 % auf 19 % und die USA von 21 % auf 27 %. In Europa halten Frankreich und Großbritannien stabile Niveaus (etwa 4-5 %).

Dieser Rückgang spiegelt das langsamere Wirtschaftswachstum Deutschlands im Vergleich zu den dynamischen Märkten wider. Das Dokument betont, dass die Deindustrialisierung, ausgelöst durch hohe Energiepreise, diesen Prozess beschleunigt. Im Kontext der Globalisierung muss Deutschland in Innovationen investieren, um seine Position als Spitzenreiter zurückzugewinnen.

Prognosen für das Jahr 2033 zeigen, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre) in Deutschland um etwa 4 % zurückgehen wird, was einer der größten Rückgänge in den G7 ist. In Japan sind es sogar -10 %, in den USA hingegen ein Anstieg um 2 %. Diese demografische Krise verschärft die Produktivitätsprobleme. Deutschland braucht Migrations- und Bildungsreformen, um den Personalmangel auszugleichen. Ohne diese wird die Wirtschaft, wie die Analyse warnt, an Schwung verlieren.

Angesichts dieser Kennzahlen schlägt Merz das Jahr 2026 als Zeit für Veränderungen vor und kündigt einen Abbau der Bürokratie, eine Senkung der Steuern und eine Verbesserung der Bedingungen für Investitionen an. Das vom Jan Wedel aus dem Bereich Wirtschaft, Energie und Klima erstellte Dokument des Bundestags dient als Grundlage für die parlamentarische Diskussion zu diesem Thema. Deutschland muss als Exportgigant schnell handeln. Die internationalen Vergleiche zeigen, dass Länder wie die USA oder China dank Innovationen sowie niedriger Arbeits- und Energiekosten gewinnen.

Was genau zeigt die Analyse des Bundestags? Das Dokument vergleicht die wirtschaftliche Position Deutschlands mit anderen G7-Ländern, Skandinavien und China und weist auf einen Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit in Schlüsselsektoren hin, insbesondere in den industriellen.

Warum sind die Energiepreise ein so großes Problem für Deutschland? Deutschland hat die höchsten industriellen Strompreise in den G7, was besonders energieintensive Branchen wie die Chemie und die Stahlindustrie trifft und den Prozess der Deindustrialisierung beschleunigt.

Wie schneiden die deutschen Investitionen im Vergleich zu anderen Staaten ab? Die privaten Investitionen in Deutschland sinken seit einigen Jahren, während sie in den USA, in Kanada und in China dynamisch wachsen, was das Wachstumspotenzial der Wirtschaft schwächt.

Welche Maßnahmen kündigt die deutsche Regierung an? Bundeskanzler Friedrich Merz kündigt einen Abbau der Bürokratie, Steuersenkungen sowie eine Verbesserung der Bedingungen für Investitionen an und betrachtet das Jahr 2026 als Wendepunkt für die wirtschaftlichen Reformen.