Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) sank die Zahl der Erwerbstätigen um lediglich 5 Tausend auf rund 46 Millionen. Das ist der erste Rückgang seit fast 20 Jahren, sieht man vom Pandemiejahr 2020 ab. Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) deuten darauf hin, dass die Zahl der Beschäftigten 2026 um 20 Tausend sinken wird. Ein Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) betont, dass der Markt vor allem im privaten Sektor schrumpft, mit Ausnahme der öffentlichen Verwaltung. Diese Trends resultieren aus wirtschaftlichen, demografischen und politischen Faktoren, darunter Fiskalpakete und Bevölkerungsveränderungen.
Laut der Pressemitteilung von Destatis vom Januar 2026 betrug die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2025 rund 46 Millionen, was einem Rückgang von 0,0 % (5 Tausend Personen) gegenüber 2024 entspricht. Das steht im Kontrast zu den Vorjahren, da die Beschäftigung 2024 den höchsten Stand seit 1990 erreichte und um 52 Tausend Personen (+0,1 %) stieg, 2023 um 306 Tausend (+0,7 %) und 2022 um 588 Tausend (+1,3 %). Der Rückgang im Jahr 2020 (-325 Tausend, -0,7 %) war durch die COVID-19-Pandemie bedingt.
Der Dienstleistungssektor beschäftigte 2025 75,9 % aller Erwerbstätigen (34,9 Millionen), mit einem Zuwachs von 164 Tausend Personen (+0,5 %). Den größten Anstieg verzeichnete der Bereich öffentliche Verwaltung, Bildung und Gesundheit (+205 Tausend, +1,7 %), hauptsächlich im Gesundheitswesen. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen stiegen um 16 Tausend (+1,5 %), sonstige Dienstleistungen um 26 Tausend (+0,8 %). Rückgänge gab es bei Unternehmensdienstleistungen (-64 Tausend, -1,0 %) und Kommunikation (-10 Tausend, -0,6 %) sowie bei Handel, Transport und Gastronomie (-15 Tausend, -0,1 %). Das verarbeitende Gewerbe (ohne Baugewerbe) verlor 143 Tausend Arbeitsplätze (-1,8 %) und kam auf 7,9 Millionen.
Die Zahl der abhängig Beschäftigten stieg um 33 Tausend (+0,1 %) auf 42,3 Millionen, während die Zahl der Selbstständigen (einschließlich mithelfender Familienangehöriger) um 38 Tausend (-1,0 %) auf 3,7 Millionen sank. Das Arbeitskräftepotenzial stieg um 156 Tausend (+0,3 %) auf 47,5 Millionen, dank Zuwanderung und höherer Erwerbsbeteiligung älterer Personen und Frauen.
Das IAB prognostiziert, dass der Arbeitsmarkt von den Fiskalpaketen profitieren wird, aber durch den demografischen Wandel gebremst wird. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird 2026 um weitere 40 Tausend auf 35,02 Millionen steigen, aber die Gesamtzahl der Erwerbstätigen wird um 20 Tausend sinken.
Das verarbeitende Gewerbe wird 2026 70 Tausend Stellen verlieren, so das IAB, aufgrund der Transformation und des schwachen Außenhandels. Der größte Beschäftigungszuwachs findet in der öffentlichen Verwaltung, Bildung und Gesundheit statt: +210 Tausend im Jahr 2025 und +130 Tausend im Jahr 2026, dank des Ausbaus der Kinderbetreuung und der alternden Bevölkerung. Das IAB unterstreicht die Notwendigkeit des Abbaus der Arbeitslosigkeit und der Sicherung von Fachkräften angesichts der konjunkturellen Krise.
Starke Zuwanderung ermöglichte zuvor einen Beschäftigungsanstieg bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit (+600 Tausend seit 2019), doch dieser Effekt ist versiegt. Die schwachen wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland verursachen einen Rückgang, aber die öffentliche Beschäftigung verhindert eine tiefere Krise auf dem Arbeitsmarkt. Die Prognosen für 2026 deuten auf ein BIP-Wachstum von +0,6 % hin, hauptsächlich dank staatlicher Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur, aber der Export (Metall, Elektrotechnik) bleibt ohne Belebung – nur 14 % der exportierenden Unternehmen bewerten die Lage positiv, 10 % erwarten eine Verbesserung.