Das Bundespresseamt der Bundesregierung enthüllte im Gespräch mit Aleksandra Fedorska, dass, obwohl Donald Tusk ein Gespräch mit Olaf Scholz über den Vorfall mit dem Transport von Migranten nach Polen angekündigt hatte, dieses nicht stattgefunden habe und zudem nicht einmal geplant sei. Die Nachricht löste eine geradezu hysterische Reaktion von Donald Tusk aus.

– Ich habe mit Bundeskanzler Scholz gesprochen, ihr könnt also die PiS-Trolle beruhigen. Schade, dass sogar ehemalige Premierminister in der Rolle des Putin-Trolls auftreten. Bundeskanzler Scholz hat sich verpflichtet, diese Angelegenheit aufzuklären

– drohte Donald Tusk nach seiner Rückkehr nach Polen.

– Premierminister Tusk hat am Rande des informellen Gipfels des Europäischen Rates in Brüssel ein Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz geführt.

– soll der Sprecher der deutschen Regierung im Gespräch mit der Deutschen Welle erklärt haben.

Die Deutsche Welle veröffentlichte diese Information um 18:10 Uhr polnischer Zeit.

Unterdessen führte Aleksandra Fedorska gegen 12:00 Uhr ein Gespräch mit dem Bundespresseamt folgenden Inhalts. Wir fügen die Audioaufnahme bei. Leider ist der Name des Gesprächspartners von Aleksandra Fedorska unleserlich.

– Guten Tag – Ich höre Sie sehr schlecht. – Verstehen Sie mich gut? – Ja, jetzt besser. – Mein Name ist Aleksandra Fedorska. Ich bin unabhängige Korrespondentin. Ich wollte kurz fragen, ob gestern oder heute Morgen ein Gespräch zwischen Donald Tusk und Bundeskanzler Olaf Scholz stattgefunden hat. Es geht um einen Vorfall an der deutsch-polnischen Grenze. – Hmmm. Bitte warten Sie. Ich erkundige mich gleich. (hier Wartemusik). Nein, zu keinem Gespräch oder dergleichen ist es in keinem Fall gekommen. – Das heißt, so etwas hat nicht stattgefunden? – Nein, nach meinem Kenntnisstand nicht. – Könnte es eventuell noch zu einem solchen Gespräch kommen? – Nein, aktuell ist so etwas nicht geplant. – Vielen Dank! – Kein Problem!

[Übersetzung: Marian Panic]

– Ich werde gleich mit Bundeskanzler Scholz über den unzulässigen Vorfall unter Beteiligung der deutschen Polizei und der Migrantenfamilie auf unserer Seite der Grenze sprechen. Die Sache muss im Detail aufgeklärt werden.

– schrieb Donald Tusk gestern um 18:00 Uhr

Viele Stunden später bestritt das Bundespresseamt im Gespräch mit Aleksandra Fedorska die Tatsache, dass ein solches Gespräch stattgefunden habe, sowie die Pläne, es zu führen. Wir wissen nicht, was danach geschah; möglicherweise hat Donald Tusk infolge der in Polen ausgebrochenen Affäre ein solches Gespräch geführt. Wir schließen auch nicht aus, dass das Bundespresseamt Aleksandra Fedorska in die Irre geführt hat. Tatsache ist jedoch, dass zur Bestätigung des Gesprächs Tusk-Scholz lediglich die Worte Tusks und des Sprechers der deutschen Regierung angeführt werden. Wir veröffentlichen die Aufnahme der Aussage des Vertreters des Bundespresseamts.

– es stellt sich heraus, dass die Journalistin mit dem Sekretariat des Presseamts sprach und dort die Antwort fiel, ein solches Gespräch habe nicht stattgefunden und sei nicht geplant. – Wir haben einen Fehler gemacht

– verteidigte sich das Bundespresseamt im Gespräch mit der Deutschen Welle.

Seit einigen Monaten hält das verstärkte Verfahren der Abschiebung von Migranten aus Deutschland nach Polen an. Zuletzt nahm es die groteske Form an, dass deutsche Polizisten Migranten auf der polnischen Seite absetzten.

Die Situation direkt von der polnisch-deutschen Grenze berichtet die Journalistin polnischer und deutscher Medien, Aleksandra Fedorska.