Laut dem neuesten statistischen Leitfaden der EU DG Trade vom August 2025 entfielen die zehn größten Handelspartner der EU auf nahezu zwei Drittel des gesamten internationalen Handels der Gemeinschaft. Die Vereinigten Staaten bleiben Spitzenreiter mit einem Anteil von 20,6 Prozent an den EU-Exporten und 13,7 Prozent an den Importen, was einen Überschuss von 197,6 Milliarden Euro generiert. China vertieft mit 21,3 Prozent Importanteil und lediglich 8,3 Prozent Exportanteil das Defizit auf 305,7 Milliarden Euro.
Das Vereinigte Königreich, die Schweiz, die Türkei, Norwegen, Japan, Südkorea, Indien und Brasilien vervollständigen die Top-10-Rangliste, während Russland nach einem Exportrückgang von 17,3 Prozent und einem Importrückgang von 29,2 Prozent auf Platz 15 zurückgefallen ist. Diese Daten unterstreichen die Verschiebungen und neuen Handelsrouten der EU. Besonders hervorzuheben ist der Importzuwachs aus Indien um 9 Prozent, die Stagnation mit China und die Belebung mit Brasilien (Export +1,2 Prozent, Import +3,2 Prozent).
Auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten dominiert Deutschland den Handel außerhalb der EU. Das Wachstum war allerdings minimal (-0,8 Prozent Export, -4,1 Prozent Import). Italien, Frankreich und die Niederlande folgen, aber acht Länder – darunter Polen (Export 91,5 Milliarden Euro, Import 114,4 Milliarden Euro) – generieren 80 Prozent des Handelsvolumens. Irland verzeichnete ein beeindruckendes Exportwachstum von 20,3 Prozent, während Lettland, Litauen und Luxemburg Rückgänge von über 10 Prozent hinnehmen mussten.
Die EU-Statistiken von DG Trade korrespondieren mit Analysen der Deutschen Bank vom Juli 2025, die vor der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Exports seit 2015 warnen. Der Nettobeitrag des Handels zum BIP ist negativ. China verringert mit wachsender Inlandsproduktion und merkantilistischer Politik sein Potenzial als Absatzmarkt. Seit 2001 stieg die Zahl der Sektoren mit Wettbewerbsvorteil auf 40 Prozent. Deutschland verliert im Maschinenhandel, hält sich aber in der Pharmaindustrie und bei Autos. Die USA, mit 10 Prozent Anteil am deutschen Export, drohen mit Zöllen von 12 bis 17 Prozent, die Autos, Stahl und die Pharmaindustrie treffen.
Daten aus dem ersten Halbjahr 2025 des Ost-Ausschusses bestätigen die Trends. Deutschlands Umsätze stiegen um 1,9 Prozent auf 1,468 Billionen Euro. Die USA führen (124,9 Milliarden Euro, Exportwachstum 2,7 Prozent), China auf Platz zwei (122,7 Milliarden Euro, Exportrückgang 14,2 Prozent). Polen auf Platz fünf (90 Milliarden Euro, Wachstum 5,4 Prozent), die Ukraine auf Platz 38 (6,2 Milliarden Euro, Wachstum 19,5 Prozent), Russland auf Platz 48 (4,2 Milliarden Euro, Rückgang 12,7 Prozent). Indien rückte auf Platz 22 vor (15,6 Milliarden Euro, Wachstum 8,8 Prozent).
In diesem Zusammenhang schlägt die Deutsche Bank eine Rekonfiguration des Handels über ein Gravitationsmodell vor. Potenzial im Globalen Süden: Eine Simulation einer Zollunion mit Indien, Brasilien, Saudi-Arabien, Ägypten, Thailand und Vietnam könnte den deutschen Export um 125 Milliarden Euro (8 Prozent des Jahres 2024) steigern. In der EU entsprechen interne Barrieren einem Zolläquivalent von 44 Prozent in der Industrie und 110 Prozent bei Dienstleistungen. Die Binnenmarkt-Strategie soll Verpackungen und Etiketten harmonisieren und so Potenzial freisetzen.
Unser Land generierte im vergangenen Jahr 91,5 Milliarden Euro an Exporten außerhalb der Europäischen Union, was 3,5 Prozent der gesamten EU-Exporte ausmacht – ein Anstieg um 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Die Importe von außerhalb der EU beliefen sich auf 114,4 Milliarden Euro (4,7 Prozent der EU, Wachstum 2,8 Prozent), was ein Defizit von 22,9 Milliarden Euro ergibt. Diese Zahlen positionieren Polen als achten Akteur im Handel außerhalb der EU, hinter Deutschland, den Niederlanden, Italien, Frankreich, Belgien, Spanien und Irland.
Polen ist integraler Bestandteil der EU-Lieferkette. Aus den DG-Trade-Daten geht hervor, dass 73,9 Prozent unserer Warenexporte innerhalb der EU bleiben und 67,4 Prozent der Importe aus Mitgliedstaaten stammen. Der Anteil Polens am innergemeinschaftlichen Export beträgt 6,5 Prozent, am Import 6 Prozent, was uns zum sechstgrößten Akteur im Binnenhandel macht. Bei Dienstleistungen außerhalb der EU erreichte der Export 2024 42 Milliarden Euro (Anstieg von 21 Milliarden im Jahr 2020), der Import 22 Milliarden, was die Dynamik in Sektoren wie IT und Transport zeigt.
Diese Stärke stützt sich jedoch auf die Beziehungen zu Deutschland – unserem größten Partner. Aus der Ost-Ausschuss-Tabelle für das erste Halbjahr 2025 geht hervor, dass der Umsatz mit Berlin 90 Milliarden Euro überstieg (Wachstum 5,4 Prozent), wobei Polens Export nach Deutschland um 5,7 Prozent auf 49,4 Milliarden Euro stieg. Polen belegt den fünften Platz unter den Top-25-Partnern Deutschlands, hinter den USA, China, den Niederlanden und Frankreich.
Zusammenfassend sind die Handelsperspektiven Polens vielversprechend, wenn wir über die Abhängigkeit von Deutschland hinausgehen und die Stärken unseres Handels auf den Globalen Süden und den Austausch mit der Ukraine richten. Internationale Wirtschaftsinstitute verweisen auf das breite Spektrum an Kontakten polnischer Exportfirmen weltweit, was ein guter Ausgangspunkt ist, um sich von der Abhängigkeit und Vermittlung Deutschlands im internationalen Handel zu lösen.