Zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der Sowjetunion verfügte die deutsche Armee über 495 000 Soldaten, dazu bis zu 900 000 Reservisten. Ende Mai 2024 dienten in der Bundeswehr 169 974 Berufssoldaten (57 352) und Soldaten auf Zeit (112 644). Zusammen mit den Personen, die einen freiwilligen Wehrdienst leisten, betrug die Gesamtzahl der Soldaten 179 987. Die von der Bundeswehr beschäftigten Zivilangestellten sind derzeit 80 527 Personen.
Der freiwillige Wehrdienst kann in der Nähe des Wohnorts geleistet werden und konzentriert sich vor allem auf Aufgaben, die dem Schutz des Landes und seiner Einwohner in der eigenen Nachbarschaft dienen. Die Personen, die einen freiwilligen Wehrdienst leisten, erfüllen keine Aufgaben außerhalb der Grenzen Deutschlands.
Im Rahmen der politisch vorgegebenen Ziele sollte die Bundeswehr eine Zahl von 200 000 Soldaten und mehr erreichen, doch in Wirklichkeit sinkt die Zahl der deutschen Soldaten von Jahr zu Jahr stark.
Die deutschen Auslandskontingente sind nach dem Rückzug aus Afghanistan stark geschrumpft. Derzeit sind lediglich 838 Soldaten der Bundeswehr direkt im Ausland stationiert. Das größte Kontingent deutscher Soldaten befindet sich nach wie vor im Kosovo, wo es 300 Personen zählt.
Um sich im Falle eines Angriffs zumindest wirksam verteidigen zu können, arbeitet Deutschland an dem sogenannten „Operationsplan Deutschland“. Dieses geheime Dokument, das von Militärexperten zusammen mit Vertretern der Polizei, der Feuerwehr und der Industrie erarbeitet wurde, hat zum Ziel, im Moment der Gefahr alle Dienste und staatlich-privaten Strukturen zu verbinden und koordinierte Aktionen zur Landesverteidigung durchzuführen. „Deutschland wird kein Frontstaat sein, aber es wird ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die NATO sein, zum Beispiel bei der Verlegung von Truppen an die Frontlinie oder bei der Rückführung verwundeter Soldaten“, sagt Hans-Dieter Müller, Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen.
Deutschland geht davon aus, dass es nicht an der Ostfront kämpfen, sondern für die Verlegung und den Transit verbündeter Einheiten durch Deutschland verantwortlich sein wird, im Rahmen der Unterstützung bei der Verkehrslenkung, der Unterbringung, der Verpflegung, der Betankung und bei technischen Problemen.
Seit Januar dieses Jahres läuft in Deutschland eine Diskussion über die Notwendigkeit, für den Dienst bei der Bundeswehr die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen.
Wir [Deutschland] wären nicht die ersten Streitkräfte in Europa, die das tun würden. In unserem Land gibt es Menschen, die in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, aber noch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen
- sagte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius gegenüber deutschen Medien.
Personen anderer als deutscher Herkunft, die jedoch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, machen bereits 15 % in der Bundeswehr aus. Die Mehrheit von ihnen hat eine türkische, afrikanische, arabische und insbesondere eine russisch-deutsche Herkunft.