In den deutschen Medien sind Befürchtungen aufgetaucht, dass die deutschen Goldreserven, die in den Kellergewölben der amerikanischen Federal Reserve Bank (FED) in New York gelagert werden, von Donald Trump beschlagnahmt werden. Das klingt zwar absurd, doch viele Deutsche stehen der Person des Präsidenten der Vereinigten Staaten so tief negativ gegenüber, dass sie wirklich glauben, das deutsche Gold sei in den USA gefährdet.
— Im März haben der Bund der Deutschen Steuerzahler und mehrere Bundespolitiker der CDU erstmals gefordert, dass der für die Bundesbank zuständige Minister Lars Klingbeil (SPD) das in den USA gelagerte Gold, das als Notreserve gilt, nach Deutschland – oder zumindest nach Europa – zurückholt. Angesichts der Spannungen in den transatlantischen Beziehungen ist dieser Schritt absolut notwendig
– berichtet das deutsche Boulevardblatt Die Bild.
Auf der anderen Seite hat der Präsident der deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, im Februar dieses Jahres klar zu verstehen gegeben, dass eine Repatriierung des Goldes aus den USA nicht in Frage komme. Die Bundesbank betonte, sie habe volles Vertrauen in die FED als zuverlässigen Partner. Regelmäßige Kontrollen, die die Bundesbank in New York durchführt, bestätigen, dass das Gold dort sicher ist; zusätzlich wurde es physisch untersucht (Gewicht, Probe), und es wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.
Bereits in den Jahren 2013–2017 hat die Bundesbank rund 674 Tonnen Gold aus New York (300 Tonnen) und Paris (374 Tonnen) nach Frankfurt zurückgebracht, also drei Jahre früher als geplant. Ziel war es, mindestens die Hälfte der Reserven in Deutschland zu lagern, was gelang.
Auch die Niederlande haben 2014 ihre Goldbestände aus den USA zurückgeholt, was zeigt, dass die Rückholung technisch machbar ist. Frankreich lagert seine Goldreserven ausschließlich im Inland, was als Argument von Befürwortern ihrer Rückholung verwendet wird.
Polen hat hingegen in den letzten Jahren seine Goldreserven deutlich erhöht. Laut Polnischer Nationalbank (NBP) belaufen sich die polnischen Goldreserven derzeit auf 509 Tonnen (Stand Mai 2025), was bedeutet, dass Polen Großbritannien und die Europäische Zentralbank (EZB) überholt hat und sich auf Platz 14 unter den weltweiten Goldhaltern befindet. Davon werden etwa 250 Tonnen (ca. 49 % der Gesamtreserven) in Polen selbst gelagert, in den Tresoren der NBP in Warschau und Poseń. Der größte Teil der übrigen Goldreserven, etwa 259 Tonnen (ca. 51 %), wird in den Tresoren der Bank of England in London gelagert. Vieles deutet darauf hin, dass auch ein kleiner Teil des polnischen Goldes in der amerikanischen FED gelagert sein könnte.
[Aleksandra Fedorska ist Journalistin von Tysol.pl sowie zahlreichen polnischen und deutschen Medien]