Die deutsche Wirtschaft, einst Vorbild für Solidität und ordoliberale Grundsätze, verwandelt sich vor unseren Augen in einen Patienten, der an einem gigantischen staatlichen Tropf hängt. Laut Bericht des Walter-Eucken-Instituts wird die Summe der Subventionen und der öffentlichen Hilfen auf Bundesebene im Jahr 2026 die astronomische Höhe von 321,3 Milliarden Euro erreichen. Das ist ein absoluter Rekord, der eher Entsetzen als Beruhigung hervorrufen sollte.

Anstatt sich um den Rechtsrahmen und einen fairen Wettbewerb zu kümmern – wie es der Vater des „deutschen Wunders“, Walter Eucken, wollte – hat der Staat begonnen, Milliarden in eine Wirtschaft zu pumpen, die trotz dieses kolossalen Dopings kaum atmet. Die Tatsache, dass das BIP-Wachstum bei einem solch massiven Geldzustrom um den Nullpunkt schwankt, zeugt vom tragischen Zustand des Systems. Das ist keine Krisenintervention mehr wie während der Pandemie, sondern ein dauerhaftes Element der Landschaft, von dem ohne einen heftigen Schock kein Zurück mehr möglich ist.

Das Problem besteht darin, dass deutsche Unternehmer aufgehört haben, Produzenten zu sein, und zu „Subventionsjägern“ wurden. Anstatt sich auf Innovationskraft, Dienstleistungsqualität und den Kampf um Märkte zu konzentrieren, versinken die Firmen im Dickicht der Subventionen und verschwenden ihre Energie auf das politische „Klinkenputzen“.

Die Transparenz dieser Prozesse schwindet, und Milliarden fließen sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene in breitem Strom – oft ohne Rücksprache mit Brüssel, wie im Fall der 80 Millionen Euro für die Chemieanlagen in Sachsen-Anhalt. Das ist Demoralisierung der Wirtschaft in reinster Form. Subventionen sind zu „Stützen“ geworden, die statt zu stärken abhängig machen und ein System schaffen, in dem der Entzug staatlicher Unterstützung mit dem sofortigen Zusammenbruch ganzer Branchen droht.

Das größte Drama spielt sich jedoch im Energiesektor ab. Gigantische Mittel, die für die sogenannte Energiewende vorgesehen sind, gehen zum Fenster hinaus, während die Deutschen einige der höchsten Energiepreise der Welt zahlen. Statt reale strukturelle Probleme zu lösen, wie etwa den Mangel an Raffineriekapazitäten, beschwichtigt die Regierung die gesellschaftliche Unzufriedenheit mit kurzfristigen Brocken wie der zweimonatigen Senkung der Kraftstoffsteuer.

Das ist klassischer Frieden-Erkauf für Geld, das es nicht gibt, ohne jegliche ernsthafte ökonomische Analyse. Sollte irgendjemand schließlich auf die Bremse treten und diesen Milliardenhahn zudrehen, erwartet Deutschland eine brutale Begegnung mit der Realität. Die heutige vermeintliche Stabilität ist nur eine durch Schulden aufrechterhaltene Illusion, die sich immer fester um den Hals der künftigen Generationen schließt.