In diesem Jahr kämpft Deutschland mit einer schweren Gaskrise. Der Füllstand der unterirdischen Gasspeicher hat ein historisch niedriges Niveau von etwa 23,5–24 Prozent erreicht – Stand 17. Februar 2026: 23,54 Prozent laut Daten von AGSI/GIE und Bundesnetzagentur. Das liegt deutlich unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Minimum von 30 Prozent zum 1. Februar sowie dem Durchschnitt der Vorjahre (ca. 50–58 Prozent Mitte Februar). Im Vergleich zum Februar 2025 (ca. 55–58 Prozent) und 2024 (76 Prozent) ist die Lage alarmierend – die schlechteste seit 2018.

Die Hauptgründe für den rekordniedrigen Füllstand der deutschen Gasspeicher im Februar 2026 sind vor allem ein außergewöhnlich langer und frostiger Januar. Temperaturen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt verursachten einen sprunghaften Anstieg des Verbrauchs – die täglichen Entnahmen erreichten 1,2–1,7 TWh, an den kältesten Tagen sogar mehr. Der zweite entscheidende Faktor ist der vollständige Wegfall russischer Pipeline-Gaslieferungen seit 2022. Gazprom hat zunächst drastisch reduziert und dann den Transit praktisch eingestellt, was Deutschland und ganz Europa zu einer radikalen Umstellung der Importstruktur auf teureres und weniger flexibles LNG zwang.

Die dritte Ursache ist die misslungene Befüllung der Speicher im Sommer 2025. Trotz hoher LNG-Preise und EU-Regulierungen, die vor der Heizperiode einen Mindestfüllstand von 90 Prozent vorschreiben, konnte dieses Niveau nicht erreicht werden – die Speicher gingen mit einem Defizit von 15–20 Prozentpunkten in den Winter. Hinzu kommen physische Begrenzungen der Speicher selbst: Wenn der Füllstand unter 25–20 Prozent sinkt, fällt der Druck in den porösen Lagerstätten so stark, dass die maximale Entnahmegeschwindigkeit um 50–70 Prozent sinken kann. Das ist eine reale Bedrohung für die Netzstabilität, sollte der Frost bis März anhalten.

In der gesamten Europäischen Union liegt der durchschnittliche Füllstand derzeit bei etwa 34 Prozent (388 TWh), was ebenfalls unter der saisonalen Norm liegt. Deutschland, das über die größten Speicher auf dem Kontinent verfügt (Kapazität ca. 251 TWh), trägt einen erheblichen Teil zu diesem europäischen Defizit bei und trägt die schwersten Folgen der aktuellen Situation.

Bayern ist besonders gefährdet. Die vier wichtigsten Speicher (Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West, Wolfersberg) sollten zum 1. Februar 40 Prozent aufweisen – tatsächlich lagen viele von ihnen unter 25 Prozent, der größte, Rehden, bei nur etwa 11 Prozent (Daten von Ende Januar/Anfang Februar 2026). Die Bundesnetzagentur meldet, dass der Durchschnitt in Bayern Mitte Februar bei ca. 18–20 Prozent liegt – eines der niedrigsten Ergebnisse im Land. Die Nähe zu Österreich hilft, doch die lokale Industrie (z. B. Chemie, Automobil, Brauereien) und die dichte Wohnbebauung erhöhen das Risiko. Experten warnen, dass ein weiterer Rückgang unter 15–20 Prozent Probleme bei Spitzenlasten bedeuten könnte, selbst wenn die Gesamtgasmenge ausreichen würde.

Europa hat den LNG-Import um rund 44 Prozent über den Fünfjahresdurchschnitt von 252.000 Tonnen täglich gesteigert. Hauptquellen: USA (19,4 Mrd. Kubikfuß/Tag), Katar, Australien. Doch eine interessante Wende: China, der weltweit größte LNG-Importeur, ist indirekt zum Exporteur für Europa geworden. Aufgrund der schwachen Wirtschaft, der geringen industriellen Nachfrage und alternativer Quellen (Kohle, Erneuerbare) verkaufen chinesische Händler ihre Überschüsse weiter.

Ein Beispiel ist der Tanker „Seapeak Glasgow

, \"Die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur beruhigen: Die Versorgung sei dank Norwegen (ca. 44 Prozent der Importe 2025), den Niederlanden, Belgien sowie den LNG-Terminals (Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Stade) gesichert.