Nutznießer der Gasumlage werden Gasimporteure wie Uniper sein, die sich ganz bewusst für eine Zusammenarbeit mit Russlands Gazprom entschieden und sich sogar aktiv an der Finanzierung der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligten. Nun, da sich herausgestellt hat, dass das Geschäft mit Gazprom gescheitert ist und die Gaspreise in die Höhe geschnellt sind, steht Uniper kurz vor dem Zusammenbruch, schreibt Alexandra Fedorska, Redakteurin bei BiznesAlert.pl.

Eine zusätzliche Gebühr, die sogenannte Gasumlage, die von Privatkunden sowie Industrie- und Energieunternehmen für den Verbrauch jeder durch Erdgas erzeugten kWh erhoben werden soll, ist dazu bestimmt, Mittel für die Rettung deutscher Gasunternehmen wie Uniper aufzubringen. Die Gasumlage soll im Oktober dieses Jahres eingeführt werden. Aufgrund von Kritik wird dieser Gesetzentwurf jedoch geändert. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat bereits angekündigt, dass Unternehmen, die ihren Vorständen in diesem Jahr hohe Boni gezahlt haben, die Hilfe nicht erhalten werden.

Nutznießer der Gasumlage werden Gasimporteure wie Uniper sein, die sich ganz bewusst für eine Zusammenarbeit mit der russischen Gazprom entschieden und sich sogar aktiv an der Finanzierung der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligten. Nun, da sich herausgestellt hat, dass das Geschäft mit Gazprom gescheitert ist und die Gaspreise in die Höhe geschnellt sind, steht Uniper kurz vor dem Zusammenbruch. Man könnte sagen, das Unternehmen hat es sich selbst zuzuschreiben, und man kann sich nur fragen, warum das Management dafür nicht schon längst zur Rechenschaft gezogen wurde. In Deutschland sieht die Lage jedoch anders aus. Es besteht die Sorge, dass ein großer Teil der deutschen Energiewirtschaft, einschließlich der Energieversorger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, zusammen mit Uniper untergehen wird. Die Gasumlage soll Sicherheit gewährleisten – in erster Linie für alle Gasimporteure, die diesen Brennstoff an regionale und kommunale Energieversorger liefern. Diese schließen langfristige und profitable Verträge mit ihren Gaslieferanten ab. Deutschland will um jeden Preis eine Situation vermeiden, in der regionale und kommunale Energieversorger gezwungen wären, Gas auf den Spotmärkten zu kaufen. Dies würde nach ihrer Einschätzung zu einer Katastrophe im deutschen Energiesektor führen.

Daher hat Deutschland entschieden, dass ein Zusammenbruch des Energieversorgermarktes um jeden Preis vermieden werden muss. Deshalb werden Uniper und andere Unternehmen mit diesem Geschäftsmodell Unterstützung in Milliardenhöhe erhalten. Diese Milliarden werden, wie in Deutschland bei Energiefragen üblich, von allen aufgebracht, die Erdgas nutzen. Eine der treffendsten Definitionen der Gasumlage erschien in einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders WDR: „Es handelt sich um eine Art Kriseninstrument, das Unternehmen helfen soll, die aufgrund begrenzter Lieferungen aus Russland Gas anderswo für viel Geld kaufen müssen, um Verträge zu erfüllen," hieß es in der Meldung.

Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeutet dies zusätzliche jährliche Kosten von 575 Euro. Ursprünglich wollte die Bundesregierung, dass die Europäische Union eine Ausnahme gewährt und diese Gebühr von der erforderlichen Mehrwertsteuer befreit, doch Deutschland erhielt keine solche Genehmigung. Daher beschloss die Bundesregierung am Donnerstag, dem 18. August, die Mehrwertsteuer auf Erdgas vorübergehend von 19 auf 7 Prozent zu senken. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass die zusätzliche Gasumlage zwischen 2,33 und 2,41 Cent pro kWh betragen wird.

Der Gesetzentwurf, der im Wirtschaftsministerium erarbeitet wurde, wurde auch von den Sozialdemokraten kritisiert, die zusammen mit den Grünen und der FDP die Regierungskoalition bilden. Die SPD will keine Unternehmen belohnen, die eigentlich keine Unterstützung benötigen, weil sie in den vergangenen Jahren viel verdient haben.

Experten sind sich noch nicht einig, ob die Gasumlage die Erwartungen der Bundesregierung erfüllen wird. Einerseits kann erwartet werden, dass auf diese Weise erhebliche finanzielle Mittel generiert werden. Dies garantiert jedoch nicht, dass Energieversorger in Deutschland nicht in Konkurs gehen werden. Sie können bereits jetzt mit den steigenden Preisen für fossile Brennstoffe und vor allem für Erdgas nicht Schritt halten. Wenn der Erdgaspreis weiter steigt, werden die Mittel aus der Gasumlage nicht ausreichen, um solche Unternehmen zu retten, und davon gibt es viele, insbesondere auf kommunaler Ebene.

Darüber hinaus sind kommunale Energieversorger, wie die Stadtwerke Krefeld bei Düsseldorf im Ruhrgebiet, unzufrieden, weil sie die Einziehung der zusätzlichen Gasumlage von den Kunden organisieren müssen. Nach Erhalt und Berechnung dieser Gebühr soll das Geld nach Berlin überwiesen werden.

„In unserem Unternehmen müssen wir die relevanten Parameter in den entsprechenden Systemen für rund 150.000 Gaskunden speichern. Und natürlich müssen wir unsere Kunden auch ordnungsgemäß über diese neuen Abrechnungsmethoden und neuen Preise informieren," erklärte der Sprecher der Stadtwerke Krefeld, Carsten Lietdke, in einem Interview mit der deutschen Nachrichtensendung Tagesschau.