Jahrelang ignorierten deutsche Politiker und Medien die Warnsignale aus Großbritannien, wo bereits vor einem Jahrzehnt die Existenz organisierter krimineller Gruppen aufgedeckt wurde, die Minderjährige missbrauchen. Die Angst vor Rassismusvorwürfen und der Stigmatisierung irgendwelcher nationaler Gruppen führte zur Selbstzensur der öffentlichen Meinung.

Die Welt hörte zum ersten Mal von den Grooming-Gangs erst im Jahr 2015, als die britischen Medien den Skandal in Rotherham aufdeckten, wo Banden pakistanischer Männer jahrelang ungestraft Hunderte britische Mädchen sexuell missbrauchten. Obwohl die Opfer die Straftaten anzeigten, ignorierten die lokalen Behörden, die Medien und die Polizei diese Anzeigen.

Fast 11 Jahre nach den Berichten aus Rotherham rückt das deutsche Nürnberg ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Eine Sonderermittlungsgruppe der Polizei zerschlug dort gerade eine Bande junger Männer aus Pakistan, die in der Nähe des Bahnhofs junge Frauen und Mädchen betäubten und vergewaltigten. Gefundene Aufnahmen deuten darauf hin, dass die Gewalt gefilmt und im Darknet verkauft wurde.

Laut dem Polizeibericht war die Bande seit mindestens zwei Jahren aktiv, und ihre Mitglieder rekrutierten sich hauptsächlich aus Kreisen von Einwanderern aus Pakistan. Die Opfer wurden mit Drogen betäubt und anschließend in verlassenen Gebäuden in der Nähe des Bahnhofs vergewaltigt. Einige der Aufnahmen gelangten ins Netz, wo sie für Tausende Euro verkauft wurden.

Weitere Berichte stammen aus Stuttgart, der Hauptstadt des Bundeslandes Baden-Württemberg, wo es mitten im Zentrum in den Räumen einer öffentlichen Toilette zu einer Vergewaltigung an einer jungen Frau kam. Die Täter, oft junge Männer südasiatischer oder nahöstlicher Herkunft, agieren in Gruppen und greifen Frauen in Parks, auf den Straßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln an. Die Polizei räumt ein, dass sie Schwierigkeiten hat, die Täter zu identifizieren, und dass die Opfer sich oft fürchten, die Straftaten anzuzeigen.

Experten schlagen Alarm: Das Unterdrücken von Informationen über Kriminalität bewirkt das Gegenteil des Beabsichtigten. Die Bürger verlieren das Vertrauen in den Staat, und die Straftäter fühlen sich unantastbar.

Prof. Dr. Jürgen Schmidt von der Universität München, Sicherheitsexperte, warnt: „Wenn wir nicht anfangen, offen über die Probleme im Zusammenhang mit Einwanderung und Kriminalität zu sprechen, verlieren wir die Kontrolle über die Situation. Das Schweigen vertieft die Krise nur.“

Die Aufdeckung der Aktivitäten der Grooming-Gangs in Deutschland löste eine Welle der Empörung in der deutschen Gesellschaft aus. In den sozialen Medien werden Stimmen laut, die härtere Strafen für die Täter und mehr Transparenz seitens der Behörden fordern. Zugleich warnt ein Teil der Politiker vor dem Schüren antiimigrantischer Stimmungen.