Die kürzlich veröffentlichte französische Verteidigungsstrategie für das Jahr 2025, bezeichnet als „Revue Nationale Stratégique 2025\" (RNS 2025), definiert strategische Ziele bis zum Jahr 2030. Die RNS 2025 verweist auf die Zunahme von Konflikten in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und Asien, wobei besonderes Augenmerk auf die Bedrohungen durch Russland gelegt wird, das zunehmend direkte Drohungen gegenüber Europa formuliert. Frankreich beobachtet mit Sorge auch China, das seine Nukleararsenale ausbaut.

Frankreich betont die Bedeutung einer souveränen Nuklearstreitmacht auf der Grundlage maritimer und luftgestützter Komponenten. „Kernwaffen dienen ausschließlich der Verteidigung und Abschreckung. Das Ziel ist eine solide und glaubwürdige nukleare Abschreckung.\"

Bis 2030 strebt Frankreich den Zustand eines „geeinten und widerstandsfähigen Frankreich\" an, das zur Krisenbewältigung fähig ist. Der Strategieplan umfasst die Mobilisierung der Gesellschaft, die Harmonisierung der Nationalgarde und die Gewährleistung der Kontinuität kritischer Netze. Frankreich will eine „erstklassige Cyber-Resilienz\" erreichen und investiert in Technologien wie Künstliche Intelligenz und Quantencomputer. Die Strategie sieht den Kampf gegen Informationsmanipulation vor, insbesondere von Seiten Russlands.

Frankreich strebt die Rolle einer treibenden Kraft für die strategische Autonomie Europas an und unterstützt Projekte wie ELSA sowie die Zusammenarbeit mit Deutschland im Rahmen des Aachener Vertrags, um eine einheitliche Vision der europäischen Verteidigung zu schaffen.

Frankreich festigt Partnerschaften in Afrika und im Indo-Pazifik-Raum (Missionen Clemenceau, Pegasus) und unterstützt den Multilateralismus im Rahmen der UNO und des Völkerrechts. Die Strategie unterstreicht jedoch am nachdrücklichsten die Notwendigkeit, Europa durch die strategische Autonomie des Kontinents zu stärken.

Aus französischer Sicht wird Polen als ein Land betrachtet, das aufgrund seiner geografischen Lage an der Ostflanke der NATO eine Schlüsselposition einnimmt. Die RNS 2025 unterstreicht die Bedeutung der Stärkung von NATO-Partnerschaften und der Unterstützung der Ukraine, was mit der aktiven Rolle Polens bei der Unterstützung Kiews übereinstimmt. Die Zusammenarbeit mit Polen konzentriert sich auf die Bekämpfung hybrider Bedrohungen wie Informationsmanipulation sowie auf die Stärkung der kollektiven Verteidigung.

Polen ist für Frankreich ein wichtiger Partner im Kampf gegen Cyberangriffe und Desinformation, insbesondere gegen von Russland initiierte Kampagnen. Polen ist ein Schlüsselakteur im Kontext der Unterstützung für die Ukraine, was mit den Zielen Frankreichs übereinstimmt. Die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Polen könnte logistische und operative Unterstützung umfassen, insbesondere hinsichtlich Waffenlieferungen und der Stärkung der regionalen Stabilität.

Die deutsch-französische Partnerschaft ist im Rahmen der RNS 2025 die wichtigste, da beide Länder als Motor der europäischen Verteidigung gelten. Die Arbeiten zur Vertiefung der deutsch-französischen Verteidigungspartnerschaft werden im Geiste des Aachener Vertrags fortgesetzt. Dies umfasst gemeinsame Rüstungsprojekte wie das Future Combat Air System (FCAS) und das Main Ground Combat System (MGCS), die auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie abzielen.

Frankreich und Deutschland arbeiten an der Umsetzung einer „Europäischen Strategie für die Verteidigungsindustrie

, \"Beide Länder fördern die Entwicklung bahnbrechender Technologien wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputer und Hyperschallwaffen. Die RNS 2025 ruft zu einer verstärkten Koordinierung der Maßnahmen mit Deutschland auf, um technologisches Know-how vor ausländischer Aneignung zu schützen, was für die deutsch-französische Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung ist.