Das Unternehmen Rokai, das gegründet wurde, um Nord Stream 2 unter Umgehung der US-Sanktionen fertigzustellen, pachtete und nutzte Rostocker Flächen in weit größerem Umfang als bisher bekannt.
Bereits im Dezember 2020 wandte sich Rokai an die Rostocker Bürgerschaft und Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen, der heute Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein ist, und bat um Unterstützung. Damals wurde vereinbart, dass Rostock als Lager für Steine, Baumaterialien und möglicherweise auch Rohre für die Nord-Stream-2-Pipeline fungieren sollte.
Die Ostsee-Zeitung berichtet, dass die Stadt Rostock im März 2021 über eine umstrittene Klimaschutzstiftung eine Geschäftsbeziehung mit Rokai eingehen sollte. „Die MV-Klimaschutzstiftung beauftragte das neu gegründete Unternehmen Rokai mit der ‚Bebunkerung‘ der Schiffe. Dieses wiederum pachtete von der Stadt eine Fläche zu diesem Zweck – den sogenannten ‚Mageb‘-Kai, der für besonders schwere Lasten ausgelegt ist“, berichtet die Ostsee-Zeitung. Die jährliche Pacht für diese Hafenflächen betrug 1,7 Millionen Euro.
Die Rostocker Bürgerschaft wirft Politikern und Rokai vor, wissentlich getäuscht zu haben, da in einem eingereichten Dokument angegeben war, Rokai sei im Bereich von Dienstleistungen für die Offshore-Industrie tätig. Der Pachtvertrag sollte demnach 5.600 Quadratmeter umfassen, tatsächlich lagerte Rokai jedoch Material für Nord Stream 2 auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern in Rostock.
Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gründeten die Klimaschutzstiftung, die unter dem Deckmantel von Klima- und Bildungsprojekten den Bau von Nord Stream 2 unter Umgehung der US-Sanktionen vollendete.
Ostsee-Zeitung / Aleksandra Fedorska