Trotz der Existenz staatlicher Behörden, die sich mit der Legalisierung von Ausländern befassen, gibt es Agenturen, die als Vermittler zwischen Ausländern und den Behörden fungieren. Legalisierungsagenturen befassen sich auch mit Arbeitsvermittlung und der Rücknahme von Abschiebungen. Aleksandra Fedorska und Michał Żukiewicz besuchten sowohl Ausländerbehörden als auch Legalisierungsagenturen.

Legalisierungsagenturen für Ausländer sind private Unternehmen, die Ausländern umfassende Hilfe bei der Erlangung von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen in Polen anbieten. Wie aus der Reportage hervorgeht, beschränken sie sich nicht auf administrative Formalitäten. Die Agenturen fungieren auch als Arbeitsvermittlungen und helfen Ausländern, Arbeit zu finden — zum Beispiel als Busfahrer. Die Reporter betonen, dass diese Unternehmen ihre Kunden zu den Behörden begleiten und als Vertreter auftreten, was die Kommunikation erleichtert, insbesondere bei Sprachbarrieren.

Der Legalisierungsprozess ist kompliziert und hängt von der Nationalität des Ausländers ab. Für Ukrainer hat sich die Situation seit Januar 2022 aufgrund des Krieges in der Ukraine vereinfacht. Ihr Aufenthalt muss nicht an eine Beschäftigung gebunden sein — die Erfüllung grundlegender Bedingungen genügt. Anders verhält es sich bei Vietnamesen und anderen Nationalitäten, bei denen Arbeit der Hauptgrund für den legalen Aufenthalt in Polen ist.

Fedorska und Żukiewicz besuchten die Behörde in Poznań, wo sie von den Herausforderungen erfuhren, mit denen Ausländer konfrontiert sind. Fehlende Polnischkenntnisse und die Komplexität der Verfahren führen dazu, dass viele von ihnen externe Hilfe in Anspruch nehmen. Die Agenturen erheben Gebühren für ihre Dienstleistungen, versprechen aber eine Beschleunigung des Prozesses. Die Kosten für die Unterstützung bei der Erlangung einer Aufenthaltskarte betragen etwa 1.500 PLN.

Eine der zentralen Fragen der Reportage ist, ob eine Abschiebung rückgängig gemacht werden kann. Die Agenturen behaupten, ja — nach Ablauf einer bestimmten Frist könne ein Antrag auf Rückkehr nach Polen gestellt werden. Einfach ist es jedoch nicht. Die Abschiebung resultiert häufig aus Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht, etwa illegaler Beschäftigung oder Visaüberschreitung.

Agentur ist nicht gleich Agentur. Wir haben es mit einem Dickicht einer Hilfs- oder Pseudohilfsindustrie rund um den Aufenthalt von Ausländern in Polen zu tun. Diesen Service sollte es nicht geben — der Antragsteller sollte eine vollständige Betreuung in der Behörde erhalten können, sagt Fedorska.

Die Tätigkeit dieser Agenturen ist umstritten. Einerseits stärkt sie scheinbar die Position der Migranten. Andererseits wirft sie Fragen zur Transparenz auf: Nutzen diese Unternehmen die Rechtsunkenntnis der Ausländer aus? Fedorska und Żukiewicz appellieren an ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein. Ihre Recherche zeigt, dass Migration nicht nur Zahlen bedeutet, sondern Geschichten von Menschen, die ein besseres Leben suchen.